Wilmstumor

Veröffentlicht von vitale-lebenskraft.de am 4. August 2009

Der Wilms-Tumor (benannt nach dem deutschen Arzt und Chirurgen Maximilian Wilms) ist ein bösartiger Tumor, der hauptsächlich im frühen Kindesalter zwischen zwei und drei Jahren auftritt und im Durchschnitt eines von 10.000 Kindern befällt. Der Tumor entsteht aus Geweberesten der frühembryonalen Organanlage der Niere, die normalerweise noch vor der Geburt verschwinden. Als Ursache werden genetische Dispositionen vermutet. Bei einem Teil der Kinder, die am Wilms-Tumor erkrankt sind, fehlt eine bestimmte Gensequenz, ein so genanntes Supressor-Gen, das die Entstehung von Tumoren unterdrückt.

Erste Symptome des Nephroblastoms sind ein vorgewölbter Bauch, Fieber, Erbrechen, abwechselnd Verstopfung und Durchfall, manchmal auch Blutbeimischungen im Urin sowie Bauchschmerzen. Bei einem Verdacht auf eine Erkrankung des Wilms-Tumors erfolgen genauere Untersuchungen per Ultraschall, Computer- und Magnetresonanztomographie.

Die Therapie des Tumors richtet sich nach dem Alter des Kindes, nach dem Tumortyp und dem Tumorstadium. Im Babyalter wird der Tumor vorzugsweise zunächst operativ entfernt und die Behandlung, wenn erforderlich, mit Chemotherapie fortgesetzt. Bei größeren Kindern wird meist zuerst die Chemotherapie eingesetzt, um eine Verkleinerung des Tumors zu erreichen. Anschließend wird der verkleinerte Tumor operativ entfernt. Hat der Wilms-Tumor beide Nieren befallen, werden die Tumoren aus dem gesunden Nierengewebe herausoperiert, um die Funktion der Nieren zu erhalten. Nach der Operation kann sich je nach Notwendigkeit noch eine Strahlentherapie anschließen, wenn der Tumor schon recht groß war bzw. bereits Metastasen gestreut hatte.

Wilms-Tumoren können beachtliche Ausmaße annehmen (nicht selten ist ein Nephroblastom mit weichem Tumorgewebe bis zu einem Kilogramm) und streuen bereits sehr früh Metastasen über die nächst liegenden Lymphknoten. So kann es zu Metastasen in den Lymphknoten und Tochtergeschwülsten in der Lunge kommen.

Nach der Therapie ist eine intensive regelmäßige Kontrolle notwendig, um ein Rezidiv bzw. eine Neubildung von Tochtergeschwülsten rechtzeitig zu entdecken. Die Prognose des Wilms-Tumors ist trotz seines schnellen Wachstums und frühzeitiger Metastasen-Bildung sehr gut, etwa 90 % aller erkrankten Kinder können geheilt werden.

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